Über mich/Uns....

Nach sieben Jahren habe ich mich entschlossen eine Webseite zu verwalten die über mich und unsere Arbeit berichtet sowie mehr im einzellnen erklärt was eigendlich eine Patenschaft zu einem Kind das mit dem Virus HIV/AIDS  afektet und infektet ist.


Das war ich 11.08.2011 (Francis Jimmy Francis
Das war ich 11.08.2011 (Francis Jimmy Francis

Reise des Lebens

v. Francis Jimmy Francis / PCU JIMMY

Camillian Social Center Rayong / Thailand

Für eine bessere Lebensqualität: Patienten helfen Patienten

Ich bin Deutscher, geboren in Koblenz 1955, aufgewachsen mit sechs Geschwistern, getauft in der Liebfrauenkirche Koblenz. Meine Kindheit war sehr bewegt. Ich begann mein Erwachsenendasein mit Hauptschulabschluss und einem abgeschlossenen Computer-Kursus (PRG05SU11).

In meinem Leben habe ich vieles erleben dürfen ( spielte professionellen Fussball /Torhüter und Tanzte für Andrew Lloyd Weber in Cats ) und kann rückblickend sagen, dass ich es mir selber sehr schwer gemacht habe und bis heute darunter seelisch leide. Nun möchte ich über meine Geschichte berichten, um damit vielleicht anderen Menschen meine Lebenserfahrung vermitteln zu können. Ich nenne meine Geschichte "Journey of Life" - Die Reise des Lebens.

Der Teil meines Lebens, über den ich erzählen möchte, begann als ich vor 24 Jahren nach Thailand auswanderte, um mir mit einem (thailändischen) Freund, den ich in Deutschland kennengelernt hatte, ein neues Leben aufzubauen. Mein Freund, mit dem ich anschließend Jahre lang zusammenlebte, starb in einem Motorradunfall nahe Bangkok. Das ist nun mehr als 6 Jahre her, und doch ist der Verlust in meinem Herzen immer noch präsent und mit tiefen Schmerzen verbunden. Meine Seele fand keine Ruhe. Ich ging nach Korat, wo ich in einem Tempel das Meditieren lernte um Ruhe zu finden. Dort war ich zwei Jahre und drei Monate. Anschließend fand ich Arbeit als Englisch- und Computer-Lehrer in einer Schule,was mir sehr viel Freude bereitete. Bei einem Fußballspiel unserer Schule lernte ich den Direktor einer Hauptschule in Khon Kaen kennen. Er bot mir eine Anstellung in seiner Schule an, wo ich auch Englisch und Computer unterrichten sollte. Dort blieb ich bis vor drei Jahren und sechs Monaten. Dann wurde ich plötzlich sehr krank, verlor 20 Kilo in einem einzigen Monat und hatte Gleichgewichtsstörungen. Da ich jemanden kannte der in Bangkok lebte fragte ich ihn ob er mir helfen könnte - ich sei sehr krank. Er holte mich ab und brachte mich in ein Krankenhaus in Bangkok (ich selber konnte dies nicht weil ich nicht genügend Geld hatte).

Ein Arzt in einem Bangkoker Krankenhaus untersuchte mich und folgerte sofort, schon vor der Blutuntersuchung, dass ich AIDS und Tuberkulose hätte. Es kam aus mir heraus ein großes NEIN, das kann nicht sein! Als dann die Blutuntersuchung den Arzt in seiner Diagnose bestätigte, erfuhr ich, dass ich HIV-positiv bin. Später lernte ich dann, dass ich den AIDS-Virus zu diesem Zeitpunkt bereits über 12 Jahre in mir trug, ohne es zu wissen. Tuberkulose oder TB ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Makrobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt. Sie führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an. Nach der Untersuchung stellte sich heraus, dass ich zumindest das nicht hatte. Aber die Röntgenaufnahme meiner Lungen zeigte Auffälligkeiten, und ich wusste, dass irgendetwas nicht stimmen musste, denn ich hatte auch sehr schmerzvolle Atemschwierigkeiten. Ein Doktor aus den Vereinigten Staaten, der in diesem Krankenhaus arbeitete, sagte mir das ein Spezialist aus Holland käme, um mir zur genaueren Diagnostik eine Kamera in den Körper zu schieben. Nachdem ich über drei Wochen lang von diesem Lungenspezialisten aus Holland behandelt wurde (meine Gefühle damals waren, es geht mit mir zu Ende) und sämtliche Proben gründlich untersucht wurden hatte man immer noch nicht feststellen können was mir fehlt oder welche Bakterien sich auf meiner Lunge ausgebreitet hatten. Ich war mit einem Körpergewicht von 65 Kilo in das Krankenhaus eingeliefert worden. Nun wog ich nur noch 45 Kilo, und als dann die thailändischen, holländischen und amerikanischen Ärzte gemeinsam zu mir kamen, wusste ich dass ich im Sterben lag. Man sagte zu mir das der Gewichtsverlust durch die unbekannten Bakterien auf der Lunge verursacht sind liege ich nun im Sterben. Ich bat um einen Priester, der mir das letzte Geleit geben sollte, und sobald ich dieses erhalten hatte, war ich endlich bereit zu sterben. Ich fühlte mich ruhig und gelassen, im Einklang mit mir selbst. Die Angst vor dem Sterben die ich als Mensch habe war weg - ich fühlte im Gegenteil eine tiefe Geborgenheit. Nach zwei Tagen fragte ich, ob es möglich sei, einen Platz außerhalb des Krankenhauses zu finden wo ich in Frieden sterben konnte, denn ich wollte nicht in einem Krankenhaus sterben. Die Deutsche AIDS HILFE in Bangkok besuchte mich und sagte mir, da sei ein Center in der Nähe der Provinzstadt Rayong, das mich vielleicht nehmen würde. Eine Woche später (am 8. November 2011), wurde ich per Krankenwagen zum Camillian Social Center Rayong gebracht.

Für eine bessere Lebensqualität: Patienten helfen Patienten

Hoffnungslos

Wenn ich heute zurückblicke und sehe, was ich einmal war, gibt es keine Worte, um meine tiefe Dankbarkeit allen Menschen gegenüber, die an meiner Rettung beteiligt waren, zu beschreiben. So lebe ich stattdessen jetzt meine Dankbarkeit, und widme mein neues Leben anderen Menschen mit HIV und AIDS.

Grund zu leben

Meine Gefühle waren immer noch die gleichen: Ich war hierher gekommen in der tiefen Hoffnung, dass ich friedlich und ohne Schmerzen sterben dürfte. Alle Mitarbeiter und die Patienten um mich herum halfen mir, im Frieden mit mir selbst zu sein. Doch nach zwei Wochen dieses Daseins, in dem ich dem Personal und den Patienten zuhörte, begann ich, meine Situation zu hinterfragen. Irgendwie keimte in mir der Wille, wieder zu leben - und vor allem wollte ich diese weiße Uniform mit dem Roten Kreuz zu tragen. Ich begann, meine Beine zu aktivieren (ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gefühle in den Beinen). Klar hatte ich Schmerzen, aber der Lebenswille war eben stärker. Ich weiß jetzt dass, wenn man eine positive Einstellung, einen guten Grund zu leben, und Vertrauen in sich selbst hat (Vater Breeda hat mir geholfen, mein Selbstvertrauen zu entwickeln; er half mir immer zu verstehen, wenn ich ihn fragte: "Warum?").Vater Breeda ist ein Priester in der St.Camillus Gemeinde und war in Camillian Social Center Rayong fuer die

PCU (Paliative Care Unit / Palliativmedizin-Einheit) zusteandig in der Zeit wo ich krank war. Er hat mir vieles beigebracht um heute besser mit den Patienten umgehen zu keonnen.

Durch eine wahre Freundschaft, die ich bisher nur einmal im Leben erfahren durfte, habe ich dann gelernt, dass alles was wir Menschen tun, nicht in Isolation geschehen darf. In unserem Glauben, Willen und unserer Dankbarkeit für das Leben brauchen wir Freundschaft - ohne sie geht es nicht. Ohne Freundschaft folgt die Vereinsamung der Seele, ein sehr wichtiger Aspekt in unserem "SCHMERZ."

Mein Leben veränderte sich als ich allmählich wieder laufen lernte, meine Medizin regelmäßig einnahm und begann, mein Dasein den anderen Patienten zu widmen. Hier fing meine neue Reise des Lebens an.

Ich arbeitete bereits in der PCU (Palliativmedizin-Einheit) hier In Rayong, als ich Hlong kennen lernte. Hlong war sehr krank und hatte HIV/TB und Wassereinlagerungen im Kopf. Doch irgendwie schaffte ich es, ihn wieder zum Laufen zu bringen, dass er lächeln konnte und zufrieden war. Hlong starb jedoch im Krankenhaus Rayong und wurde dann Wieder zu uns hier in das Center gebracht wo ich persönlich ihn für seinen Weg der Einäscherung vorbereitete. Den Schmerz und das tiefe Gefühl, das ich für Hlong empfand war und ist bis zum heutigen Tage sehr präsent. Aber aus diesem tiefen Gefühl des Schmerzens wurde Inspiration. Ich wollte einfach nicht, dass man ihn vergisst und begann mit der Konstruktion eines Hlong-Stehrollstuhls (YouTube LINK : https://www.youtube.com/watch?v=TdspKb7aGi8

Mit diesem Hlong-Standrollstuhl fing Alles in meinem Leben an, sich zu verändern. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich durch die Inspiration und durch eine tiefe Freundschaft/

platonische Liebe, die ich vor diesem Zeitpunkt nie so richtig wahrgenommen hatte, den Weg betreten, der mich zu der Waage des Lebens führte.


Bis heute bastle ich und konstruiere viele weitere Sportgeräte, die den Patienten hier - und wo immer es notwendig ist - helfen, wieder ein lebenswertes Leben zu führen und eine höhere Lebensqualität zu erfahren.

Gefühle Verbundenheit begegneten mir wenn dieser Priester mir meine letzte Beichte abnahm und mir sagte

Alles ist Dir von Gott vergeben. Dieses Gefühl der Befreiung von aller Schuld konnte ich da noch nicht richtig erkennen , jedoch heute weiss ich das Gott mir ein Zeichen gab um mir eine Neue Aufgabe zu geben. Dieser

Priester begegnete mir noch zweimal und ist heute der Bischof des ST.Camillus Fundation of Thailand , genau

der katholischen Gemeinde die mein Leben geredet hat.

Denn meine Berufung wurde nicht von mir selbst bestimmt

sondern von Gott im Geist von St.Camillus de Lill Schutzpatron aller Kranken die HILFE brauchen. Gott hatte ihn ausgewählt denn er war wie ich ein ganz einfacher Mensch der erst durch seine Grenzen des Lebens von Gott dazu berufen wurde anderen Menschen zu helfen. Durch den Glauben an Gott fand ich Freundschaft die Waage des wahren Lebens .

PCU JIMMY

Jürgen Francis